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Das Deutschschweizer Hörspiel 1925 -1990

Foto: Unternehmensarchiv SRF, Radiostudio Zürich

Felix Wirth: Dissertation über «Science Fiction am Deutschschweizer Radio zwischen 1935 und 1985»

Seit September 2014 forscht Felix Wirth an der Universität Freiburg (CH) (Bereich Zeitgeschichte) an einer Dissertation mit dem Arbeitstitel «Science-Fiction-Hörspiele von Schweizer Radio Beromünster, 1935-1985». Mit dem Forschungsprojekt soll unter anderem untersucht werden, wie mit dem Genre «Science Fiction» in einem nationalen, schweizerischen Kontext verfahren wurde, welche Texte ausgewählt wurden, welche Inszenierungspraktiken bei der Realisierung zur Anwendung kamen und was dies über das Selbstverständnis der zeitgenössischen Radioschaffenden und –hörenden aussagt.


Interview mit Felix Wirth: "Das Schweizer Radio hat das Space Race parodiert"

Felix Wirth, Sie forschen über «Science Fiction am Deutschschweizer Radio zwischen 1935 und 1985». Sind Sie ein Science-Fiction-Nerd?
Überhaupt nicht. Ich fand über Umwege zum Thema. Ich habe während des Studiums zuerst bei www.memoriav.ch und später auch für Radio SRF gearbeitet. Meine Masterarbeit habe ich dann zu Radiosendungen über Afrika geschrieben. Da ging es stark darum, wie afrikanische Gesellschaften am Deutschschweizer Rundfunk dargestellt wurden. Das war zwar spannend, emotional aber auch sehr herausfordernd, da die Sendungen viele negative und rassistische Stereotypen beinhalteten. Als ich fertig war, sagte ich mir deshalb: «In Zukunft möchte ich mich mit etwas anderem befassen, mit etwas, das komplett fiktiv ist». Ironischerweise geht es auch bei der Science Fiction wieder um Kolonialismus und Kolonien – nun einfach im Weltraum.

Wie kam die neumodische Science Fiction überhaupt ins altehrwürdige Schweizer Radio?
Das ist eine meiner Leitfragen. Radiopolitik und Hörspielproduktion des Deutschschweizer Radios – bis in die 1960er-Jahre bekannt als «Radio Beromünster» – waren lange Zeit eher konservativ. Die Diskurse waren bis in die 1950er-Jahre geprägt von der Geistigen Landesverteidigung, von Abschottung und Abgrenzung. 1953 wurde beispielsweise in der Radio-Konzession festgehalten, dass das Personal schweizerischer Nationalität sein sollte und die verbreiteten Programme die «geistigen und kulturellen Werte» der Schweiz fördern mussten. Vor diesem Hintergrund könnte man meinen, dass in der Zukunft angesiedelte und meist von ausländischen Autoren verfasste Science-Fiction-Hörspiele nicht gerade zu den Vorlieben von Radio Beromünster gehörten. Tatsächlich wurden aber seit den 1930er-Jahren in regelmässigen Abständen Science-Fiction-Texte – vorwiegend aus Deutschland und England – übernommen und ins Hörspielformat übertragen.

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Philippe Welti / Christiane Welti: Arthur Welti: Reporter - Regisseur - Radiolegende

Aus der Reihe: Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik - Nr. 98 (2014, 112 Seiten, 39 Bilder, ISBN: 9783909059607)


"Arthur Welti (1901–1961) entstammte der Welti-Furrer-Dynastie und zeigte wie sein Onkel, der bedeutende Maler und Radierer Albert Welti (1862–1912), früh eine Neigung zum Schöpferischen. Mit 15 Jahren wurde er Vollwaise. Das harte Schicksal habe ihn nachdenklich und einfühlsam gemacht für andere, heisst es. Eine gute Voraussetzung für den Beruf des Reporters, dessen Inbegriff Welti zwischen 1933 und 1960 für die Schweizer Öffentlichkeit war.

Nach abgebrochenen Studien in Kunstgeschichte, Geschichte und Germanistik wurde Welti Schauspieler und erhielt Engagements an deutschen Theatern. 1932 bewarb er sich bei Radio Zürich, das damals an der Sihlporte siedelte. Das Berufsbild war bezeichnend für die Pionierzeit. Gefragt war der Allrounder: Sprecher, Hörspielregisseur, vor allem aber Reporter."

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Karl Lüond, NZZ 20.10.2014

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